Tee – alles nur heisses Wasser?

Blog_Oliq_Dezember_Tee – alles nur heisses Wasser
Der Tee. Er ist eines der beliebtesten Getränke der Erde, in fast allen Küchen zu finden und Millionen Tassen davon werden jeden Tag auf der ganzen Welt getrunken. Tee schmeckt nicht nur, sondern gibt uns jeden Tag frischen Auftrieb und schenkt uns ruhige Momente. Aber kennst du eigentlich die Geschichte des Tees? Und weisst du, wie er sich zum Lieblingsgetränk so vieler Menschen gemausert hat? Lass dich nun von uns auf eine kleine Reise durch die Geschichte des Lieblingsgetränks der Welt entführen.


Von Mystik und Schmugglern – Die Entdeckung des Tees

Die Ursprünge der Teepflanze sind von Mythen und Geschichten umrankt, die alle so vielseitig und reichhaltig sind, wie sein Geschmack. Die älteste und bekannteste erzählt vom chinesischen Kaiser Shen-Nung1, der es vorzog stets nur abgekochtes Wasser zu trinken, weil dies, seines Glaubens nach, die Lebenserwartung erhöhte. 

Eines glücklichen Tages bemerkte er erstaunt, dass einige Blätter des nahe stehenden Tee Busches in das Wasser wehten, welches gerade für ihn gekocht wurde. Als er näher trat bemerkte er, dass das Wasser nun einen zarten und köstlichen Duft verströmte. Und als er davon probierte, entdeckte er voller Verblüffung die erfrischende und angenehm entspannende Wirkung des Getränks, welchem er darauf den Namen «Tschai» verlieh. Und dieser Moment um das Jahr 2700 v. Chr., so sagt man, war die eigentliche Geburtsstunde des Teetrinkens.

Erst viel später, nämlich zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert n. Chr. gelangte der Tee durch buddhistische Mönche, die China besuchten, nach Japan. Bis heute vermutet man, dass die von den Chinesen wie Schatz gehütete Teepflanze aber nur deshalb nach Japan gelangen konnte, weil die wandernden Mönche die Samen in ihren weiten gelben Gewändern über die Grenzen schmuggelten. Die Japaner, so wissen wir, verliebten sich vollauf in das Getränk und würdigten es mit den noch heute so berühmten japanischen Teezeremonien2, die das Teetrinken zur traditionsreichen Kunstform gemacht haben. 
So wurde erstmals das chinesische Monopol des Tees gebrochen und nicht nur in Japan wurde Tee danach zum Nationalgetränk. Schnell gewann Tee nämlich auch als begehrte Handelsware an Bedeutung und breitete sich so von Japan her über die Seerouten der niederländischen und britischen Händler wie ein Lauffeuer in Europa aus. Schon im 17. Jahrhundert besassen viele Schlösser Europas eigene Teehäuser, die meist in den gepflegten Schlossgärten zu finden waren. In etwa zur selben Zeit erreichte der Tee schliesslich auch Nordamerika und gewann dort angekommen nicht nur in den Strassen des heutigen New Yorks schnell an Popularität.


Die Teepflanze, ihr Anbau und ihre Ernte

Die Teepflanze3 trägt den wohlklingenden lateinischen Namen Camellia sinensis und wächst als immergrüner Strauch oder als kleiner Baum mit einer Wuchshöhe von 1 bis zu 5 Metern. Die sattgrünen Blätter sind an ihrem Rande leicht gezähnt und von feinen Blattadern durchzogen, die sowohl auf der Blattoberseite wie auch der teilweise von feinsten Härchen besetzten Blattunterseite leicht hervortreten. Auch wenn die Pflanze ursprünglich nur in China zu finden war, wird sie heute aufgrund ihrer Anpassung an subtropische und tropische Klimaverhältnisse nicht nur in Japan, sondern auch in Indien, Vietnam, Malaysia und sogar einigen afrikanischen Staaten wie Kenia oder Tansania angebaut.
Die frischen Teeblätter werden während der gesamten Wachstumsperiode etwa alle 1 bis 2 Wochen geerntet. Wobei die besten Qualitäten nach wie vor fast ausschliesslich von Hand geerntet werden, da das Teepflücken als Handwerk eine beträchtliche Erfahrung erfordert. Für exklusive Spitzentees wird sogar jeweils nur die Knospe eines einzelnen Triebes mit den dazugehörigen beiden Blättern geerntet. Um aus den grünen Blättern haltbareren Schwarztee herzustellen, werden die angewelkten, gerollten Blätter in einer dünnen Schicht und bei hoher Luftfeuchtigkeit für einige Stunden gelagert. Dies leitet die Oxidation der Blätter ein und lässt diese sich langsam dunkel verfärben. Die Blätter des Grüntees hingegen werden sofort nach der Ernte kurz mit heisser Luft behandelt, was deren Oxidation stoppt und so die grüne Farbe der Blätter erhält. Da Teeblätter bei der Trocknung viel Wasser verlieren müssen beispielsweise für 1 Kilogramm fertigen Schwarztee bis zu 8 Kilogramm frischer Teeblätter gepflückt werden.


Der Tee als Heilpflanze

Schwarzer Tee ist vor allem wegen seiner anregenden Wirkung durch den hohen Koffeingehalt eher ein Genussmittel als ein Heilmittel. Er wird wegen des hohen Gerbstoffgehalts beispielsweise bei leichtem Durchfall und verdorbenem Magen angewendet. Auch hemmt schwarzer Tee nachweislich verschiedene Durchfallerreger. Die hohe Konzentration an enthaltendem Fluorid schützt ausserdem zusätzlich vor Karies.

Grüner Tee enthält aufgrund seiner Behandlung deutlich weniger Koffein als schwarzer Tee. Sein Gehalt an sogenannten Radikalfängern (Polyphenolen) ist aber deutlich höher als der von schwarzem Tee. Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Radikalfänger des grünen Tees vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen.



Neugierig geworden?

Hier gibt es verschiedene Varianten der Teezeremonie zu entdecken:
  • Die japanische Teezeremonie (Erfahrungsbericht aus Japan)
  • Die Teezeremonie als Achtsamkeitsübung (Anleitung)
  • Die Kunst des Tees (Anleitung)
Und welche bekannten Teesorten gibt es?
  • Darjeeling – oft als Königin der Tees bezeichnet - stammt aus Nordostindien und schmeckt fein und aromatisch
  • Ceylon stammt aus Sri Lanka und schmeckt spritzig und frisch
  • Assam stammt wiederrum aus Nordindien und schmeckt kräftig, dunkel, malzig-würzig
  • Sencha und Gyokuro und Matcha stammen alle aus Japan und sind samtig, vollmundig und aromatisch; der wertvolle Pulvertee Matcha wird für die Teezeremonie verwendet
  • Pu-Erh-Tee ist eine aus China kommende Spezialität; der Tee wird nachfermentiert und als Fladen gepresst verkauft
Hast Du jetzt Lust bekommen Tee in Deinem Garten anzubauen? Kein Problem!
  • Teeanbau im eigenen Garten (Anleitung)


zurück zu allen